Die Gastronomie in der Schweiz steht unter
grossem Kostendruck. Steigende Preise für Lebensmittel, Energie und Mieten
belasten die Betriebe zunehmend. Gleichzeitig zeigen sich die Gäste sensibel
gegenüber Preiserhöhungen.
Für viele Restaurants stellt sich deshalb die Frage: Wie lässt sich die
Rentabilität verbessern, ohne an Qualität, Service oder Erlebnis zu sparen?
Eine oft
unterschätzte, aber sehr wirkungsvolle Methode ist das Menu-Engineering. Damit
wird die Speisekarte nicht nach Bauchgefühl, sondern nach
betriebswirtschaftlichen Kriterien gestaltet.
Beim Menu-Engineering werden alle Gerichte einer Karte anhand von zwei Kennzahlen analysiert:
1. Beliebtheit: Wie oft wird ein Gericht verkauft?
2. Deckungsbeitrag: Wie viel Gewinn bleibt nach Abzug der Warenkosten übrig?
Der Deckungsbeitrag zeigt, welchen finanziellen Beitrag ein Gericht tatsächlich zur Deckung der Fixkosten, beispielsweise Miete, Löhne oder Energie, leistet. Zusätzlich lohnt es sich, den Zeitaufwand in der Küche zu berücksichtigen. Ein Gericht mit hohem Materialeinsatz und langer Zubereitungszeit kann unterm Strich wenig attraktiv sein, selbst wenn es bei den Gästen beliebt ist.
Die vier Kategorien des Menu-Engineering
Die Analyse ermöglicht eine Einteilung der Gerichte in vier Kategorien:
Dieses Beispiel verdeutlicht: Das Zürcher Geschnetzelte ist ein «Star» – beliebt und mit attraktivem Deckungsbeitrag. Die hausgemachte Trüffel-Pasta ist zwar sehr beliebt, bindet aber viel Arbeitszeit und ist margenschwach, ein typischer «Ackergaul». Das vegane Curry könnte mit gezielter Kommunikation besser laufen, denn es ist profitabel, wird aber zu selten bestellt: «Puzzle». Der Quinoa Salat mit Mango hingegen erweist sich als «Dog»: teure Zutaten, geringe Nachfrage und schwache Marge machen ihn
betriebswirtschaftlich unattraktiv.
Der grosse Vorteil von Menu-Engineering: Die Optimierung der Karte steigert die Profitabilität, ohne dass die Gäste das Gefühl haben, bei ihnen werde gespart. Statt an Service oder Qualität zu kürzen, wird das Angebot intelligenter gestaltet: Die Küche arbeitet effizienter, die Karte wird klarer, und der Betrieb erwirtschaftet mehr Gewinn.
Doch die
Erfahrung zeigt: Der Teufel steckt im Detail. Für eine nachhaltige Wirkung
braucht es eine saubere Datenerhebung, korrekte Kalkulationen und eine
professionelle Interpretation der Ergebnisse. Genau hier ist die Expertise
entscheidend.
Die Unternehmensberater von Gastroconsult unterstützen Restaurants und Hotels
in der Schweiz bei der professionellen Anwendung von Menu-Engineering, von der
Datenerhebung über die Analyse bis hin zur praktischen Umsetzung. Ob ein
kleines Lokal, ein mittelgrosser Betrieb oder eine Hotelkette: Gastroconsult
hilft, aus Zahlen klare Handlungsempfehlungen abzuleiten und Strategien zu
entwickeln, die sofort Wirkung zeigen. So wird die Speisekarte nicht nur zum
Aushängeschild für die Gäste, sondern auch zum strategischen Erfolgsinstrument
für die Rentabilität.
Autor: Peter Neuhaus, Leiter Unternehmensberatung Region West, Gastroconsult
Quelle: GastroJournal Juni 2026